Projekte
Neokornisch

Trotz aller Fortschritte, die die Wiederbelebung des Kornischen in den letzten Jahren gemacht hat - hier sind vor allem die offizielle Anerkennung der Sprache 2002 und die Schaffung des Cornish Language Partnership zu nennen - bleibt noch sehr viel zu tun. Das durchschnittliche Alter der SprecherInnen ist ausgesprochen hoch und liegt mit Sicherheit jenseits des durchschnittlichen Pensionsalters. Die MuttersprachlerInnen lassen sich derzeit an zwei Händen abzählen. Die mediale und schulische Infrastruktur ist stark unterentwickelt. Auch korpuslinguistisch ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen: bis heute existiert kein umfassendes Wörterbuch des Kornischen, das die Lexika der traditionellen und wiederbelebten Sprache vereinen würde.

Meine Anstrengungen gelten daher derzeit vor allem der Planung und Etablierung multiplikatorischer Maßnahmen, die der Sprache einen Platz in der Alltagskultur Cornwalls sichern sollen.

Der Erreichung dieser Ziele dient meine Mitarbeit an einer Reihe von Projekten wie der Etablierung eines kornischen Webportals, Internetradios, der Übersetzung von OpenSource-Software wie Songbird und Ubuntu und der Entwicklung eines Parsers und einer Rechtschreibprüfung, die später in OpenOffice integriert werden sollen. Seit 2010 bin ich außerdem als Herausgeber des neuen kornischen Standardwörterbuchs in der SWF tätig.

Daneben möchte ich durch die Erforschung von Phonologie, Morphologie, Syntax und Idiomatik des heute gesprochenen Neokornischen helfen, die Grundlage für eine Einigung über einen modernen Standard für die Verwendung in offiziellen Domänen zu schaffen.


Mittelbretonisch

Die wissenschaftliche Bearbeitung des Mittelbretonischen ist im Vergleich etwa zum Mittelkymrischen bis heute Stiefkind geblieben. Dies zeigt sich nicht zuletzt daran dass es sich beim einzigen auf Deutsch erhältlichen Handbuch dieser Sprachstufe um die Übersetzung des erstmals 1922 erschienenen Llawlyfr Llydaweg Canol von Lewis und Piette handelt. Wie auch Paul Widmer (Universität Marburg/Lahn) arbeite ich daran, diese unbefriedigende Situation zu ändern.


Keltologie

Nach wie vor gilt mein Interesse der endgültigen Etablierung der Keltologie an der Universität Wien, was sich angesichts des auf Durchökonomisierung aller Lebensbereiche und Rückbau der Bildung zugunsten reiner Ausbildung abzielenden Zeitgeists als durchaus problematisch erweist. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge wird die Studienrichtung gemeinsam mit der Indogermanistik als Teil des Instituts für Sprachwissenschaft geführt, sodass wir zumindest ein Master-Studium anbieten können. Wahlfachmodule für Bachelor-Studierende sind zwar ausgearbeitet, aber noch nicht bewilligt.




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